Familienalbum - aus dem Leben der Görlitzer Juden mit Lauren Leiderman Die Familien Schindler
Schedule
Tue, 09 Jun, 2026 at 07:00 pm
UTC+02:00Location
Kulturforum Görlitzer Synagoge | Zittau, SN
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KAPAZITÄT: Maximal 25 Leute!!Veranstalter: Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH (GKSG)
Für Reservierungen senden Sie bitte eine E-Mail an [email protected]
mit Ihrem Namen und Ihren Kontaktdaten.
Die Nachkommen der Görlitzer Juden werden voraussichtlich Ende Juni 2026 an der Jüdischen Gedenkwoche teilnehmen. Lauren Leiderman, die in Görlitz lebt, hat im Laufe der Jahre enge Kontakte zu Nachkommen auf der ganzen Welt aufgebaut. Jeden zweiten Dienstag im Monat stellt sie einige der Familien vor, die im Sommer nach Görlitz zurückkehren werden und deren Verwandte im Juni 2026 mit Stolpersteinen geehrt werden.
Im Juni werden die Familien Schindler, Dienstag, Schwalbe und Krzywynos vorgestellt.
Auf den ersten Blick können die vielen Namen überwältigend wirken – aber sie alle gehören zu einem einzigen, weitläufigen Stammbaum, der kurz nach der Aufhebung des 450-jährigen Siedlungsverbots für Juden im Jahr 1848 nach Görlitz kam. Innerhalb weniger Generationen wurden diese miteinander verbundenen Familien tief in das Gefüge der Stadt eingebunden.
Vom Besitz eines Feinkostgeschäfts auf dem berühmten Untermarkt in Görlitz bis hin zu Karrieren in Handel, Mode und Industrie – mit Verbindungen bis hin zur renommierten Familie Schocken aus Chemnitz – verkörperte die Familie den Erfolg und das Selbstbewusstsein des jüdischen Lebens in Niederschlesien. Viele ihrer Mitglieder dienten stolz im Ersten Weltkrieg und glaubten fest an ihren Platz in der deutschen Gesellschaft.
Dann kam der Bruch.
Das Nazi-Regime zerstörte diese große Familie auf radikal unterschiedliche Weise.
Während viele Mitglieder der Zweige Schindler und Dienstag fliehen konnten, wurden die ganze Familie Schwalbe und der Großteil der Familie Krzywynos deportiert – zuerst nach Tormersdorf – und ermordet. Ihr Untergang steht in krassem Gegensatz zu den Überlebensgeschichten ihrer Verwandten und zeigt die brutale Willkür der nationalsozialistischen Verfolgung. Im Mittelpunkt dieses Abends steht eine der eindringlichsten individuellen Geschichten aus Görlitz: Rose Schindler.
Ihre Briefe bieten einen seltenen, intimen Einblick in das tägliche Leben der letzten verbliebenen Juden der Stadt – geschrieben aus einer Welt, die bereits zusammenbrach. Sie offenbaren Beziehungen, Ängste, Hoffnungen und unbeantwortete Fragen rund um die Deportationen vom 3. Mai 1942 aus Tormersdorf und Breslau, ein Schicksal, das Mainstream-Historiker bis heute nicht vollständig über Lublin hinaus nachverfolgt haben. Ihre Liebesgeschichte mit ihrem Partner Herbert Rund bleibt ein Rätsel, dessen Fragmente erst jetzt zusammengesetzt werden.
Diejenigen, die überlebten, flohen ins britische Mandatsgebiet Palästina, wo Mitglieder derselben Familie halfen, die Grundlagen für den modernen Staat Israel zu legen – und Görlitz mit sich in ein völlig neues Kapitel der jüdischen Geschichte nahmen.
Dieser Abend bringt Überleben und Vernichtung, Liebe und Verlust, Zugehörigkeit und Exil zusammen – anhand einer einzigen Familie, deren Geschichte den gesamten Bogen des jüdischen Lebens in Görlitz umfasst.
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Where is it happening?
Kulturforum Görlitzer Synagoge, Otto-Müller-Straße 3, 02826 Görlitz, Deutschland, Zittau, GermanyEvent Location & Nearby Stays:
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