Rechnet sich das?

Schedule

Thu Jun 25 2026 at 06:00 pm to 08:00 pm

UTC+02:00
Location

Salon am Moritzplatz | Berlin, BE

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Reformen, Finanzierung und die Zukunft des Gesundheitssystems - Ein Gespräch mit Prof. Umgelter und Prof. Augurzky - 25.06
About this Event

Am 25. Juni findet unsere Veranstaltung "Rechnet sich das?"statt. Wir wollen uns mittels drei Fragen den zentralen Veränderungen im Gesundheitswesen nähern.

Wer finanziert unsere Gesundheit?

Was wird bezahlt?

Wie soll sich die Landschaft der Gesundheitsversorgung verändern?

In den letzten Jahrzehnten wurde das Denken über Gesundheit zunehmend ökonomisiert. Bis in die 70er Jahre stand der Ausbau der Versorgung im Mittelpunkt, 1972 wurde das Krankenhausfinanzierungsgesetz mit einem simplen Satz eingeführt: Die notwendigen Kosten eines Krankenhauses werden erstattet. So humanistisch dieses Modell auch war, es kam mit der Konsequenz, dass die Kosten der GVK dessen Einnahmen übertrafen. Reaktion darauf waren Kostendämpfungsgesetze. Die Einführung der freien Krankenkassenwahl verstärkte Wettbewerbstendenzen. Es wurde zunehmend budgetiert, privatisiert und Krankenhäuser immer betriebswirtschaftlicher gesteuert. In den 1990ern wurden Tagessätze eingeführt, für jeden Tag, den ein*e Patient*in im Krankenhaus lag, bekam das Haus eine fixe Summe Geld.

Der große Umschwung kam mit der Einführung der Fallpauschalen Anfang der 2000er. Das Vergütungssystem wurde auf den Kopf gestellt. Krankenhäuser bekommen seitdem einen fixen Betrag für eine spezifische Behandlung, unabhängig davon, wie lange die Patient*innen bleiben. Der bisherige Gipfel der Ökonomisierung des Gesundheitswesens mit dem Vorsatz der leistungsorientierten Vergütung. Doch die Ziele Effizienz und finanzielle Stabilität wurden von Massenentlassungen, Fehlanreizen und Überlastung begleitet.

Nun sind wir in der Gegenwart und sozusagen in der Post-Lauterbach Ära angelangt. Dieser hat 2024 eine Reform mit dem einprägsamen Namen Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz durchgesetzt, kurz KHVVG. Darauf aufbauend wurden seitdem immer weitere Reformen hinzugefügt, Nachbesserungen, wenn man daran glauben möchte. Die großen Ziele seien Ökonomisierung abbauen, Behandlungsqualität und Spezialisierung ausbauen.

Doch nun zur ersten Frage: Wer finanziert unsere Gesundheit? Für das KHVVG wurde der Transformationsfond erschaffen, 50 Milliarden Euro über 10 Jahre, zur Hälfte von den Ländern und zur Hälfte vom Bund finanziert. Der Bund will seinen Teil hauptsächlich aus dem Gesundheitsfond der gesetzlichen Krankenkassen nehmen.

Zweitens: Was wird bezahlt? Hier geht es jetzt um den Kerninhalt Lauterbachs Reform: Nicht mehr ausschließlich Fallpauschale sondern Vorhaltefinanzierung. Auf Deutsch also: Krankenhäuser sollen nicht mehr nur nach durchgeführter Behandlung bezahlt werden, sondern für das Vorhalten von Kapazitäten und Qualitätskriterien. Damit soll der Einfluss ökonomischen Denkens auf die medizinische Behandlung und so auch Fehlanreize minimiert werden. Klingt wie die logisch richtige Reaktion auf die Schäden der letzten Jahre. Beim Sezieren der Reform sticht jedoch ins Auge, dass sie eher auf der Grundlage einer Umstrukturierung der finanziellen Anreize beruht. Daher zu Frage drei:

Wie soll sich die Landschaft der Gesundheitsversorgung verändern? Die Theorien sind vielfältig, sie reichen von Klinikschließungen im großen Ziele bis hin zu einer Verstaatlichung der privaten Gesundheitsversorgung. Die aktuellen Reformen werden Folgendes mit sich bringen: Leistungsgruppen und Vorhaltefinanzierung sollen Spezialisierung und Qualität fördern. Um sich für eine gewisse Leistungsgruppe zu qualifizieren, muss ein Krankenhaus Anforderungen wie Anzahl spezialisierter Ärzt*innen, Fallzahlen, technische Ausstattung erfüllen. Die Folge: Große Krankenhäuser werden häufig gestärkt, kleine Krankenhäuser verlieren Leistungsgruppen und sollen sich hauptsächlich auf Grundversorgung spezialisieren, oder eben die Pforten schließen.

Anhand dieser Fragen möchten wir mit Prof. Augurzky und Prof. Umgelter konstruktiv diskutieren, welche realen Folgen aus der Krankenhausreform erwachsen und was wir trotzdem anders machen sollten.

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Where is it happening?

Salon am Moritzplatz, Oranienstraße 58, Berlin, Germany

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