Tränen des Himmels, Tränen des Abwassers
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[English below] Tränen des Himmels, Tränen des Abwassers
Im Gästezimmer unterhalten sich Xadalu Tupã Jekupé und Andrea Scholz über den Fluss Ybiracy. Sie reflektieren dabei über das Spannungsfeld zwischen Indigenen Kosmotechnologien (Praktiken der Welterfahrung, der Aneignung und Bewahrung) und westlichen Perspektiven auf Eigentum und Erbe.
Einstmals durchquerte der Ybiracy die südbrasilianische Stadt Porto Alegre; die Menschen nutzten auf vielfältige Weise sein Wasser und die Wege, die an seinem Ufer entlangführten. Mit dem Wachstum der Stadt wurde der Fluss immer mehr von der Stadt verdrängt und im Zuge der Errichtung eines Shoppingcenters schließlich unter die Erde verlegt. Während das Gewässer so zur Unsichtbarkeit verdammt wurde, errichtete die Stadtverwaltung eine Statue, die einen Frauenkörper abbildet und den Namen Ybiracy trägt. Die Verwandlung einer lebendigen Entität in Kulturerbe ist Teil kapitalistischer Aneignungspraxis in der westlichen Gesellschaft.
Doch Ybiracy lässt sich nicht auslöschen. Wenn der Himmel weint und es regnet, wächst der unterirdische Fluss über seinen Kanal aus Beton hinaus, und die Gewalt der Aneignung tritt als Abwasser ans Tageslicht.
Mehr Informationen: https://kurzlinks.de/xk4e
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[EN] Tears from the Sky, Tears from the Sewage
In the guest room, Xadalu Tupã Jekupé will discuss with Andrea Scholz about the Ybiracy River, reflecting on the tension between Indigenous cosmotechnologies (experiencing the world, managing resources, and caring for the world) and Western systems of property and heritage.
The Ybiracy once flowed through the southern Brazilian city of Porto Alegre; people used its water and the paths that ran along its banks in many ways. As the city grew, the river was increasingly displaced by urban development and was eventually buried underground during the construction of a shopping centre. Whilst the water body was thus condemned to invisibility, the city council erected a statue depicting a female form and bearing the name Ybiracy. The transformation of a living entity into cultural heritage is part of capitalist appropriation practices in Western society.
Yet Ybiracy cannot be erased. When the heavens weep and it rains, the underground river overflows its concrete channel, and the violence of appropriation comes to light in the form of sewage overflow.
More information: https://kurzlinks.de/8eo2
Picture credits: Bild 1 Xadalu Tupã Jekupé © Denison Fagundes
Im Gästezimmer unterhalten sich Xadalu Tupã Jekupé und Andrea Scholz über den Fluss Ybiracy. Sie reflektieren dabei über das Spannungsfeld zwischen Indigenen Kosmotechnologien (Praktiken der Welterfahrung, der Aneignung und Bewahrung) und westlichen Perspektiven auf Eigentum und Erbe.
Einstmals durchquerte der Ybiracy die südbrasilianische Stadt Porto Alegre; die Menschen nutzten auf vielfältige Weise sein Wasser und die Wege, die an seinem Ufer entlangführten. Mit dem Wachstum der Stadt wurde der Fluss immer mehr von der Stadt verdrängt und im Zuge der Errichtung eines Shoppingcenters schließlich unter die Erde verlegt. Während das Gewässer so zur Unsichtbarkeit verdammt wurde, errichtete die Stadtverwaltung eine Statue, die einen Frauenkörper abbildet und den Namen Ybiracy trägt. Die Verwandlung einer lebendigen Entität in Kulturerbe ist Teil kapitalistischer Aneignungspraxis in der westlichen Gesellschaft.
Doch Ybiracy lässt sich nicht auslöschen. Wenn der Himmel weint und es regnet, wächst der unterirdische Fluss über seinen Kanal aus Beton hinaus, und die Gewalt der Aneignung tritt als Abwasser ans Tageslicht.
Mehr Informationen: https://kurzlinks.de/xk4e
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[EN] Tears from the Sky, Tears from the Sewage
In the guest room, Xadalu Tupã Jekupé will discuss with Andrea Scholz about the Ybiracy River, reflecting on the tension between Indigenous cosmotechnologies (experiencing the world, managing resources, and caring for the world) and Western systems of property and heritage.
The Ybiracy once flowed through the southern Brazilian city of Porto Alegre; people used its water and the paths that ran along its banks in many ways. As the city grew, the river was increasingly displaced by urban development and was eventually buried underground during the construction of a shopping centre. Whilst the water body was thus condemned to invisibility, the city council erected a statue depicting a female form and bearing the name Ybiracy. The transformation of a living entity into cultural heritage is part of capitalist appropriation practices in Western society.
Yet Ybiracy cannot be erased. When the heavens weep and it rains, the underground river overflows its concrete channel, and the violence of appropriation comes to light in the form of sewage overflow.
More information: https://kurzlinks.de/8eo2
Picture credits: Bild 1 Xadalu Tupã Jekupé © Denison Fagundes
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Schlossplatz, 10178 Berlin, Germany, Inoffizielle Seite: Schloßplatz Berlin, Am Lustgarten, 10178 Berlin, Deutschland, Berlin, Germany
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