SIGNS, GAMES AND MESSAGES
Das Ricercare a 3 aus Bachs Musikalischem Opfer BWV 1079 eröffnet den Abend – und damit einen Dialog, der sich durch das gesamte Programm zieht. Entstanden 1747 auf einem Thema Friedrichs des Großen, ist das dreistimmige Ricercare eine der vollkommensten Fugendichtungen des Barock: streng im Denken, innig im Ausdruck. In der kammermusikalischen Aufführung tritt ihre menschliche Wärme besonders deutlich hervor.
Den zeitgenössischen Kern des Programms bilden György Kurtágs Signs, Games and Messages und Friedrich Cerhas 9 Bagatellen. Kurtágs über Jahrzehnte gewachsener Zyklus von Miniaturen vereint Lakonie mit emotionaler Tiefe – jedes Stück ein einzelner, präziser Gedanke. Cerhas Bagatellen von 2008, entstanden am Ende eines langen Lebens in der Wiener Moderne, sind von ähnlicher Verdichtung: neun Charakterstücke, die aus einer unverwechselbaren Tonsprache schöpfen. Den Abschluss bildet Beethovens Streichtrio c-Moll op. 9 Nr. 3 – eines der leidenschaftlichsten Werke aus seinem Frühschaffen. Das c-Moll steht bei Beethoven für existenzielle Ernsthaftigkeit; schon hier verleiht er dem Genre eine sinfonische Wucht und formale Kühnheit, die das Streichtrio neu definiert. Als Gesprächspartner Bachs am anderen Ende des Programms macht das Werk deutlich, wie lebendig diese Tradition bis heute geblieben ist.
Dank der grosszügigen Unterstützung der Willy A. und Hedwig Bachofen-Henn-Stiftung sowie des Swisslos-Fonds Basel-Stadt.
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