Salamirecorder and the HiFi Phonos + Topsy Turvy Albumrelease 07.05.26
Schedule
Thu, 07 May, 2026 at 07:00 pm
UTC+02:00Location
Schwarzer Hahn | Munich, BY
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Salamirecorder - „Inside The Cage“Ein angriffslustiger Drum-Beat poltert los, die Gitarre signalisiert mit rhythmischem Klacken im Hall-Kanal ihr Potenzial zum Gemütsausbruch. Schon in seinen ersten Takten ruft „Brothers & Sisters“, der Opener des neuen Salamirecorder-Albums „Inside the Cage“, das kollektive kulturelle Gedächtnis wach: „Back in the days when rock'n'roll could change the world / We listened to records and our dreams were in such a whirl...“
Das heißt, es könnte auch „our brains“ heißen statt „our dreams“, so genau lässt sich das nicht ausmachen im übersteuerten Slapback-Echo. Andererseits auch schnurzegal, der Kern der Botschaft liegt – getreu der besten Rock'n'Roll-Tradition – nicht in den konkreten Worten, sondern in der verzerrten Dringlichkeit des Sounds.
Natürlich ist der 23-jährige Felix Schnabl (so Salamirecorders hier erst- und letztmals genannter, bürgerlicher Name) viel zu jung, um selbst die weltverändernden Zeiten des Rock'n'Roll erlebt zu haben. Doch seine Persona als Salamirecorder trägt dessen historisch aufsässiges Programm in sich. Nicht als Party-Gag, sondern als komplettes Lebensmodell. „Ich hab auch abseits von der Bühne oft Beatle Boots an“, sagt er, „Also es kann schon passieren, dass ich beim Arzt dann auch mit den Winklepickers und der Sta-Prest-Hose dasteh'.“
Manchmal ist der bestgekleidete Patient von St. Pölten auch im örtlichen Drogeriemarkt anzutreffen. Dort deckt er sich dann mit Audiokassetten für sein online aus zweiter Hand erstandenes Fostex-Vierspur-Gerät ein, mit dem er „Inside the Cage“ aufgenommen hat. Wurde das letzte Album „Goods For Conversation“ noch zusammen mit seiner Live-Band The Hi-Fi Phonos produziert, so zog Salamirecorder sich diesmal im Alleingang zurück in den titelgebenden Käfig (also sein Heimstudio), um die Songs Instrument für Instrument einzuspielen, den Input-Kanal verlässlich im rot leuchtenden Bereich. Dem gewissen, gefährlichen Knistern zuliebe.
Vom fliegenden Tempo-Wechsel in einem Song wie „Love“, über den ? & The Mysterians-Groove von „Black Clouds“ über die bedrohlich schlingernden Walzer-Intermezzi in „Swim O' Swim“ bis zum imaginären Film-Soundtrack „Theme From the Dropouts“, zu dem man die die Teenage-Delinquenten mit rauchenden Reifen am Horizont verschwinden sieht. Und von den sich selbst antwortenden Call & Response-Refrains von „Gimme Some“ bis hin zu den in Richtung schwererer Formen der Psychedelik weisenden Fuzz-Soli im liebeskranken Schluss-Song „Goodbye“ - Auf „Inside The Cage“ reist Salamirecorder in Methode und Sound zurück zu seinem solitären Ursprung und von dort weit hinaus in die Zukunft, so als stünde das Jahr 1967 vor der Tür.
In der echten Welt wiederum ist St. Pölten, Niederösterreich, eine runde halbe Stunde Zugfahrt entfernt vom Wiener Hauptbahnhof. In etwa so weit wie London Waterloo von Twickenham (Gründungsvorort der Downliners Sect). Oder auch 36 Minuten per Auto zur Wiener Westeinfahrt, vergleichbar der Strecke Seattle – Tacoma (wo The Sonics herkamen). Die typische Distanz also zwischen der Metropole und den peripheren Entstehungsorten von Freakbeat, Garage- oder Outsider-Punk.
Entsprechend authentisch ein Song wie „Fight 'Em“ über das Aufwachsen in der Kleinstadt, das „manchmal damit einhergeht, auf irgendwelche komischen Club-Partys zu gehen, wo es einen nicht freut“, so Salamirecorder, „Und dann fühlt man sich natürlich im selbstsicheren Rausch ziemlich unverstanden von den anderen.“
Folgerichtig begann unser Held seine musikalische Laufbahn als Teenage One Man (naja) Band. Stilprägend war dabei seine beim Skateboard-Fahren entwickelte frühe Leidenschaft für Genre-Größen der 2010er wie Ty Segall oder Bass Drum of Death. Und auch die eigene Familie: Die Mutter, mit Pebbles-Sampler in der Plattensammlung, der Vater, selbst Musiker/Künstler mit nie überwundener Mod-Phase. Und eine sich in Ska- und Northern-Soul-Szenen herumtreibende, ältere Schwester.
Dieser Tage ist Salamirecorder bestens vernetzt, aber weniger per Sozialen Medien als im echten Leben. Er genießt Respekt, sowohl bei Beat-begeisterten jungen Kids als auch bei ergrauten Szene-Altvorderen wie Wild Evil & The Trashbones oder den Jaybirds, spielt bejubelte Gigs mit seiner perfekt eingespielten Begleit-Combo The Hi-Fi Phonos und gehört als Schlagzeuger, Gitarrist und Sänger Bands wie Laundromat Chicks, Sux Sux Sux und Telebrains an. Als Produzent hat er neulich das Solo-Debüt von Vic Velvet auf Band gebannt.
Das Analoge ist ihm dabei nicht bloß puristisches Glaubensprinzip, sondern eine ebenso praktische künstlerische wie – ja doch! - politische Entscheidung. In einer Welt endloser digitaler Möglichkeiten findet der Salamirecorder eine paradoxe Freiheit, indem er „sich selber auch ein bisschen limitiert.“ Das habe durchaus damit zu tun, „dass eben das Digitale in dieser Welt, wo man sich bewegt, mit Social Media und so, eigentlich voll autoritär und vom Geld gesteuert ist.“
Vielleicht schließt sich hier ja ein Kreis, und wir sind ganz unverhofft wieder angekommen, „back in the days when rock'n'roll could change the world.“ Bloß diesmal ohne Sexismus und Macho-Scheiße. Falls diese Utopie noch einen Namen sucht, nennen wir sie doch gleich Salamirecorder.
https://www.facebook.com/salamirecorder
Topsy Turvy
sind bereit für den Kampf. Mit ihrem Space-
Age-Glam-Look ist „Fighting the Ginormous Macho
Nacho“ das zweite Album des Wiener Trios, das
respektlos, clever und immer verspielt ist. Mit
Instrumententausch, opernhaften Vocals und jeder Menge
Van-Halen-Synthesizern webt die Band eine unruhige
Mischung aus Garage-Punk, Surf, Vintage-Rock und
Psychedelia, die sich an den legendären „Girls In The
Garage“-Compilations orientiert und bis hin zum
knurrenden Trotz von Amyl and The Sniffers oder
Automatic reicht. Entstanden aus der kollaborativen Szene
einer produktiven DIY-Szene in Wien, ist es nicht nur das
bisher fokussierteste Werk der Band, sondern auch ein
Hochgesang des unabhängigen Geistes, eine lebendige,
atmende Rebellion gegen toxische „Macho Nacho“-Männer
auf der ganzen Welt.
Topsy Turvy sind bereit für den Kampf. Gegen einen riesigen Spielzeugroboter namens „The Ginormous Macho Nacho“. Nur dass sie nicht mit Waffen kämpfen, sondern mit Kostümen, Farben, Gemeinschaft und Fantasie. Und eigentlich auch nicht gegen einen Roboter. Basierend auf einem echten Musiker, den die Band in ihrer Heimatstadt Wien kennengelernt hatte, war der besagte „Macho Nacho“ so abscheulich, so beleidigend, dass
etwas gesagt und getan werden musste.
„Wir wollten nie wirklich politisch sein, mit ganz konkreten Texten – aber dann ist es doch passiert”, erklärt Resi (Gesang, Gitarre), ein Drittel von Topsy Turvy neben Vic (Gesang, Bass) und Lena (Gesang, Schlagzeug, Kostüme). „Wir waren wirklich wütend auf den Macho Nacho. Er steht einfach für eine gigantische Macho-Nacho-Energie in der Musik, in den Dingen, die wir als Musikerinnen erleben.” Und mit Space-Age Glam die in der
Musikindustrie weit verbreitete Frauenfeindlichkeit anzusprechen, ist genau das, was Topsy Turvy tun würde.
Passend zu einer Band, die ihren Namen von Roger Hargreave’s Comicbuch-Reihe “Mr Men” übernommen hat, ist ihr zweites Album innerhalb von zwölf Monaten, Fighting the
Ginormous Macho Nacho, respektlos, clever und durchweg verspielt. Mit seinen großzügigen Einflüssen aus Punk, Surf und Vintage-Rock ist es nicht nur das bisher fokussierteste Werk der Band, sondern auch eine Hommage an den unabhängigen Geist,
eine lebendige, atmende Rebellion gegen Macho-Nacho-Typen auf der ganzen Welt. Es ist diese Haltung des fließenden kollektiven Ausdrucks, die den Kern von Topsy Turvy
ausmacht. Die Songs wurden alle gemeinsam im Proberaum komponiert. Auch die Texte wurden spontan geschrieben, meist von Resi, sobald das musikalische Arrangement fertig
war. Der Instrumentenwechsel von Song zu Song wurde zur Norm. Die Rollen waren weniger klar definiert, aber die Absicht wurde immer deutlicher: „Unser Debütalbum Butt
Sore war wirklich ein Mix aus allem, und wir wollten mit diesem Album spezifischer sein“, bemerkt Resi. „Das geschah ganz natürlich“, fügt Vic hinzu. „Wir haben einfach gespielt. Wir
haben angefangen, unsere Instrumente zu tauschen, und fühlten uns immer wohler dabei, miteinander zu spielen.“
Und „spezifisch“ ist genau das richtige Wort. Mit einer Länge von nur 28 Minuten ist „Macho Nacho“ ein schlankes und fokussiertes Album. Es hält sich bedeckt mit seinen klar
definierten Einflüssen, die von den legendären „Girls In the Garage“-Compilations und deutschem Post-Punk bis hin zur knurrenden Rebellion von Amyl and The Sniffers oder den schrägen Ecken und Kanten von Automatic reichen. Aber um diesen Kern, ganz im Stil der Glam-Superhelden Ginormous-Macho-Nacho aus dem Weltraumzeitalter, gibt es natürlich weiterhin den fruchtbaren DIY-Spirit. Neben spannungsgeladenen Stücken wie der mitreißenden Lead-Single „Five Guitars“ oder dem surfigen „Duck Tape“ schwebt das Album-Highlight „The Wind“ mit einer willkommenen psychedelischen Note dahin („Ich wurde von Kate Bush inspiriert – ich hätte unmöglich
etwas anderes schreiben können“, gibt Lena zu). Der 80er-Jahre-Hair-Rock-Krach von „Everything I Must“ trifft wie ein Schlag ins Gesicht. „Toads and Roads“ kommt dagegen
wie aus dem Nichts, ein reduzierter Tamburin-Stomper, wackelig und abenteuerlich wie Straßenmusiker, die auf dem Weg ins Wunderland jammen. Und dazu kommt noch Resis Gesang. So wie ein Jahr auf Tournee durch Europa und Großbritannien Topsy Turvy dabei half, ihre Identität zu schärfen, ermöglichte es Resi, sich als Sängerin zu entwickeln und ihrem Repertoire einen opernhaften Touch zu verleihen. „Durch die vielen Auftritte habe ich verschiedene Arten des Singens entdeckt und herausgefunden, wie meine natürliche Singstimme klingen kann“, erklärt sie. „Für mich geht es nicht um die Texte, sondern darum, wie die Worte klingen.“ Man höre sich nur die Jubelrufe und Schreie am Höhepunkt von „PCB“ an und wie sie eine seltsame, reizvolle Spannung in den darunter liegenden Punk-Jangle bringen. Macho Nacho ist nicht nur ein Album von drei Individuen, sondern spiegelt auch die Werte der florierenden Wiener DIY-Szene wider, die sie hervorgebracht hat. Entlang des Gürtel,
einer der Hauptverkehrsadern der Stadt, kuratieren unabhängige Veranstaltungsorte wie Venster99 und Einbaumöbel Programme für lokale und tourende Acts inmitten einer Vielzahl
von Clubs und Bars. Das Label Siluh Records – mit Sitz in einem Plattenladen in der Wallensteinstraße – ist seit zwei Jahrzehnten ein Zentrum der Independent-Kultur, veranstaltet Konzerte und veröffentlicht die Platten der Wiener Underground Szene-Bands
wie Laundromat Chicks (zu denen Lena und Resi gehören), Gardens, Culk, Dives, Salamirecorder und The Hi-Fi Phonos sowie Topsy Turvy selbst. „Der Grund, warum wir das eigentlich machen, sind die Menschen und die Szene, die so gesund und schön ist“,
sagt Resi. „Man kennt die Leute, und die Leute heißen einen willkommen. Alle feuern sich gegenseitig an. Und es gibt keine Drama!” „Jeder möchte einfach nur mit seinen Freunden spielen!“, bemerkt auch Vic, was vielleicht der Kern des Ganzen ist: den uralten Traum aller Jugendlichen zu leben, gemeinsam mit
Freunden Kunst zu schaffen und die Welt zu erkunden. „Wir alle wollten irgendwann Musik machen und in einer Band spielen. Das war ein Traum für uns alle“, gibt Lena zu, „... unser
eigenes Ding zu machen. Nicht für jemand anderen zu spielen.“ Und Topsy Turvy, eine Band, die sich nicht scheut, Feuer mit Spaß zu bekämpfen, hat diesen Traum Wirklichkeit
werden lassen.
Instagram: https://www.instagram.com/topsyturvyband
Contact: [email protected]
Get in: 19:00
Beginn: 20:00
DJs: Martin Hemmel, Dr.Dr.Robert
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Schwarzer Hahn, Ohlmüllerstraße 8, 81541 München, Deutschland, Munich, GermanyEvent Location & Nearby Stays:
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