Oh my God! | KLER

Schedule

Thu Jul 16 2026 at 09:00 pm to 11:00 pm

UTC+02:00
Location

Karlsplatz, 1040 | Wien, WI

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OH MY GOD!: KLER
Clergy | Wojciech Smarzowski | PL 2018 | 133 Min.| Original with english Subtitles| ab 16
Mit: Arkadiusz Jakubik, Jacek Braciak, Robert Więckiewicz, Janusz Gajos, Joanna Kulig, u.a.
Drei befreundete Priester hat es an völlig unterschiedliche Orte in Polen verschlagen. Der karrierebewusste und korrupte Lisowski arbeitet für die Kurie in einer Großstadt und träumt von einer Stellung im Vatikan. Kukuła, mit pädophilen Neigungen, ist Pfarrer in einer Kleinstadt und Trybus ist ein Dorfpfarrer mit Alkoholproblem, der zudem seine Haushälterin geschwängert hat. Der Film, den in Polen innerhalb von fünf Wochen knapp 5 Millionen Zuschauer gesehen haben, löste eine hitzige Debatte über die Rolle des Klerus in der Geschichte und Gegenwart Polens aus.
Regisseur Wojciech Smarzowski hat bei der Entwicklung des Projekts mit Missbrauchsopfern und deren vor fünf Jahren gegründeter Organisation „Fürchtet Euch nicht“ zusammengearbeitet; er geht aber über das Missbrauchsthema hinaus, attackiert den Machtmissbrauch in der katholischen Kirche Polens in verschiedenster Hinsicht. Er zeigt Korruption, zwielichtige Geschäftemacherei, mafiöse Strukturen. In Form eines drastisch-realistischen und satirisch zugespitzten Dramas bringt er all dies packend zur Anschauung.
Mit dem Kinostart von "Kler" entbrannte sogleich der gesellschaftliche Streit lichterloh. Es gab auch kirchliche Stimmen, die den Film lobten und ihn als Anstoß zu notwendiger Selbstbesinnung und Gewissenserforschung begrüßten. Im journalistischen Umfeld der regierenden nationalkonservativen, mit der Kirche eng verbandelten Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) wurde „Smarzowskis übles Machwerk“ indes heftigst kritisiert.
„Klerikalismus“ bezeichnet eine Kleriker-Mentalität, die nur selbstbezüglich auf den eigenen Vorteil und Rang bedacht ist, die sich mit dem Bau protziger Sakralbauten zur Geltung bringen will und jede Art von Machtmissbrauch in der Kirche begünstigt und deckt. Es gibt aber auch einen „Klerikalismus von unten“, eine Mentalität der Gläubigen, die Kleriker verklären und sie „eher wie Heilige betrachten, anstatt sie als Menschen zu sehen“. Diese Art von Kleriker-Verklärung will der Film nachhaltig erschüttern – und das gelingt ihm mühelos. Seine stärkste Überzeugungskraft aber gewinnt der Film durch die Entschiedenheit, mit der er für die Opfer sexuellen Missbrauchs Partei ergreift.
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