Fotobuchvorstellung & Gespräch rund um BELLES MÔMES
Schedule
Mon Mar 23 2026 at 07:00 pm to 10:00 pm
UTC+01:00Location
Institut français Berlin | Berlin, BE
About this Event
Die Lesung und Diskussion rund um das Fotobuch BELLE MÔME (Shift Books) von Clélia Odette schafft einen offenen Raum für gemeinsame Reflexion über zeitgenössische Schönheitsbilder, Sichtbarkeit und Empowerment. Die Veranstaltung versteht sich als Begegnung zwischen Publikum, Kunst und Theorie – als Einladung, über Körper, Alter und Repräsentation neu nachzudenken.
Im Zentrum steht die Frage, wie Bilder unsere Wahrnehmung von Weiblichkeit prägen – und wie fotografische Praxis bestehende Normen verschieben kann. Durch die Verschränkung künstlerischer, journalistischer und wissenschaftlicher Perspektiven eröffnet der Abend einen vielschichtigen Dialog über die Sichtbarkeit von Frauen über 50 im öffentlichen Raum und in visuellen Kulturen.
Das Fotobuch, erschienen bei Shift Books, versteht Schönheit als Ausdruck von Individualität, Intimität und Selbstbestimmung. Mit einer sensiblen und zugleich selbstbewussten Bildsprache zeigt Clélia Odette Körper jenseits gängiger Altersnormen, Geschlechterzuschreibungen und ästhetischer Stereotype. Ihre Arbeit entwickelt neue Narrative einer reifen Schönheit – geprägt von Selbstvertrauen, gelebter Erfahrung und der Freiheit, sich den eigenen Raum zu nehmen.
Moderiert wird der Abend von der Fotojournalistin Miriam Zlobinski. Gemeinsam mit Elahe Haschemi Yekani, Professorin an der Humboldt Universität zu Berlin, entsteht ein Gespräch zwischen künstlerischer Praxis und kritischer Theorie. In der Verbindung von künstlerischer Praxis und kritischem Denken werden Fragen von Diversität, Repräsentation und Gleichberechtigung sichtbar – ebenso wie das emotionale und politische Potenzial fotografischer Bilder.
Die Veranstaltung ist als zugänglicher, gemeinschaftlicher Austausch gedacht: ein Abend für eine plurale und inklusive Vorstellung von Schönheit, für die Sichtbarkeit von Frauen und für die transformative Kraft visueller Erzählungen. Sie lädt dazu ein, gewohnte Bildwelten zu hinterfragen und neue Perspektiven auf Körper, Alter und Identität zu feiern.
Gespräch auf deutscher Sprache. In Kooperation mit dem Verlag Shift Books.
Mehr zum Buch
Belles Mômes (dt. Schöne Gören) ist das Langzeitprojekt der französisch schweizerischen Fotografin Clélia Odette. In analogen Schwarzweißporträts und kurzen anonymen Statements rückt sie Frauen über 50 in den Mittelpunkt, dessen natürliche Schönheit in all seiner Vielschichtigkeit und Tiefe aufzeigt. Ausgangspunkt des Projekts war ein Gespräch über die Angst vor dem Älterwerden und dem Verlust von Attraktivität. Daraus entstand eine eindringliche Auseinandersetzung mit patriarchalen Schönheitsidealen, die ältere Frauen aus dem Sichtfeld der Gesellschaft verdrängen. Clélia Odette fotografiert in den privaten Räumen ihrer Protagonistinnen – Orte, die Intimität ermöglichen und echte Begegnung zulassen. Ihre Kamera feiert nicht jugendliche Makellosigkeit, sondern gelebtes Leben. Falten, Linien, Narben: Spuren des Alterns als Träger von Geschichten und Erfahrungen – und als Sinnbild von Stärke. Ein intimes und kraftvolles Plädoyer für Sichtbarkeit und das Recht, im eigenen Körper gesehen zu werden.
Clélia Odette
Clélia Odette Rochat (geb. 1997) ist eine französisch-schweizerische Fotografin, deren Arbeit sich mit gesellschaftlichen Schönheitsnormen und der Sichtbarkeit von Frauen im Alter auseinandersetzt. Nach einer Laufbahn als professionelle Harfenistin fand sie in der Fotografie ein Medium, um persönliche und politische Themen visuell zu verhandeln. Ihr Langzeitprojekt Belles Mômes porträtiert Frauen über 50 in sensiblen Schwarzweißaufnahmen – unretuschiert, selbstbestimmt und fern gängiger Ideale von Jugendlichkeit und Körperinszenierung. Die Serie wurde international beachtet, u. a. in Die Zeit, der NZZ und ELLE, die sie als „junge, feministische und engagierte Fotografin“ bezeichnete. Clélia Odette wuchs zwischen Genf und Köln auf, studierte Psychologie in Lyon und absolvierte ihre fotografische Ausbildung an Le 75 in Brüssel. Ihre Bilder zeichnen sich durch eine ruhige, respektvolle Nähe aus – sie schaffen Räume, in denen Würde, Selbstbestimmung und Individualität sichtbar werden.
Prof. Dr. Elahe Haschemi Yekani
Elahe Haschemi Yekani ist Professorin für Englische und Amerikanische Literatur und Kultur mit einem Schwerpunkt in Postcolonial Studies am Institut für Anglistik und Amerikanistik der Humboldt-Universität zu Berlin.
Sie ist Autorin von Revisualising Intersectionality (Palgrave Macmillan 2022), Familial Feeling: Entangled Tonalities in Early Black Atlantic Writing and the Rise of the British Novel (Palgrave Macmillan 2021) und The Privilege of Crisis. Narratives of Masculinities in Colonial and Postcolonial Literature, Photography and Film (Campus 2011). Haschemi Yekani ist PI des ERC Consolidator Grants Tales of the Diasporic Ordinary.
Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören Postcolonial und Gender Studies sowie Queer Theory.
Miriam Zlobinski
Miriam Zlobinski arbeitet zur Fotografie im Journalismus und Konzepten der Fotografie in Theorie und Praxis. Das Studium der Geschichte, Kunstgeschichte und Skandinavistik mündete in der Abschlussarbeit und dem publizierten Sonderdruck zur Volksgenossin in der Modefotografie 1937-1939 (2014). Ihre laufende Promotion an der Humboldt-Universität zu Berlin am Institut für Geschichtswissenschaften trägt den Titel 'Das politische Bild in der alten Bundesrepublik'. Eine kritische Annäherung an das kollektive Bildgedächtnis am Beispiel des Fotojournalismus der Illustrierten Stern.
Sie ist ausgebildete Journalistin (Radio/TV) und war Mitglied der Bildredaktionsklasse an der Ostkreuzschule für Fotografie. 2018 erhielt sie für ihre wissenschaftliche Arbeit den Research Grant der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung und gründete mit ihrer Kollegin Anne Vitten den interdisziplinären Arbeitskreis Foto:Diskurs für den Austausch junger Geisteswissenschaftler*innen.
Als freie Kuratorin betreute sie Ausstellungen im Maxim Gorki Theater, dem Auswärtigen Amt und zuletzt die multimediale Gruppenausstellung In Waves #womenincovid in Berlin. Sie ist Teil der Chefredaktion von Revue –Magazin für Fotografie und Wahrnehmung und Lehrbeauftragte an der Universität der Künste Berlin, Fakultät Gestaltung.
Über den Verlag
SHIFT BOOKS ist ein Kunst- und Fotobuchverlag, der mehr Sichtbarkeit für weibliche Künstler*innen schafft und gesellschaftskritischen Themen eine Plattform bietet. Die Veröffentlichungen stoßen aktuelle Debatten an und tragen zu einem vielfältigen Diskurs bei. Dabei steht nicht nur der inhaltliche Anspruch im Fokus, sondern auch eine besondere gestalterische Qualität, die den Zugang zu komplexen Themen erleichtert. SHIFT BOOKS legt großen Wert auf Haptik und Material und setzt auf eine ganzheitlich nachhaltige und möglichst vegane Produktion.
Where is it happening?
Institut français Berlin, Kurfürstendamm 211, Berlin, GermanyEvent Location & Nearby Stays:
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